„Urformen“  -  Zylindrische Variation No. 3/4      Online-Ausstellung, Oktober 2013 bis April 2014

Die kreisrunden Objekte sind wie auch der Zylinder radialsymmetrisch, entstehen mathematisch allerdings aus einer Kurve, die um die Symmetrieachse rotiert. Der Ring aus hellem Splintholz, der sich deutlich vom Kernholz abhebt, erinnert an die Ausgangsform des zylindrischen Stammes.


Pockholz gehört zu den schwersten und härtesten Hölzern, weshalb die hier gezeigten Objekte 25 bis 60 kg wiegen, dafür aber sowohl innen als auch aussen aufgehängt werden können. Derartige Urformen sind in der Natur häufig anzutreffen und entstehen aus dem Zusammenwirken makroskopischer, physikalischer Kräfte wie z.B. Oberflächen- und Schwerkraft beim Tropfen. Meistens sind die Konturen aber nicht mathematisch exakt, deshalb wurden die Objekte nicht auf der Drehbank sondern händisch hergestellt.

RUNDES  &  ECKIGES


Bestimmte Körper haben gerade wegen ihrer einfachen und doch harmonischen Form schon immer eine grosse Anziehungskraft auf den Betrachter ausgeübt. Sie geben ihm Raum und Zeit für die Besinnung auf das Wesentliche und verbreiten Ruhe und Erhabenheit, die sich auf den Betrachter übertragen kann.


Der Eindruck wird noch intensiver, wenn die Körper nicht aufgestellt sondern mit einem Seil aufgehängt werden. Zum einen kommt dann die Harmonie der Form besser zur Geltung, zum anderen entsteht eine zusätzliche Dynamik durch kleinste Schwingungen oder Rotationen, die den Körper ständig in einer sehr langsamen Bewegung halten.

Diese Formen werden in der Geometrie auch als Platonische Körper bezeichnet. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass von jeder Ecke aus dieselbe Konstellation von Winkeln, Kanten und Flächen herrscht, d.h. alle Ecken sind identisch. Es existieren genau fünf platonische Körper, von denen hier die drei bekannteren Tetraeder, Würfel und Doppelpyramide aus Mahagonibohlen zusammengefügt wurden. Die Symmetrie ist auf bestimmte Punkte reduziert und hat mit der Basisform des Kreiszylinders fast nichts mehr zu tun.


Solche Körper entstehen in der Natur als Kristalle, und zwar aus dem Gleichgewicht mikroskopisch kleiner, chemischer Bindungskräfte zwischen Atomen. Den oben gezeigte Oktaeder findet man z.B. auch als Rohdiamant wieder - wenn man grosses Glück hat.

 
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