„Stelen“  (Zylindrische Variation No. 5)      Online-Ausstellung, Oktober 2019 bis April 2020

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Brasileira


Hier ist die Säule von jedem geometrischen Zwang befreit:

im Fokus stehen weniger Form und Symmetrie sondern

mehr Inhalte, die über diverse skulpturelle Details vermittelt

werden. Dies entspricht  der ursprünglichen Bedeutung

von Stelen, bei denen Inschriften oder symbolische

Schnitzereien unverzichtbar waren. An den alten

Obelisken aus Ägypten oder den Totempfählen der

nordamerikanischen Indianer wird das sehr deutlich.


Die Stele besteht aus den drei Teilen


Ruhe   -  Erwartung  -  Erregung,


welche formschlüssig aufeinander gestellt sind. Die Hölzer sind Wurzelstücke aus dem brasilianischen Urwald, die den Weg nach Europa eher zufällig gefunden haben. Es handelt sich um unterschiedliche Holzarten, die extrem hart und schwer sind; wegen des ständig wechselnden Faserverlaufs gestaltete sich die mechanische Bearbeitung sehr zeitaufwendig.


Höhe 195 cm

Platonische Stele

Im Gegensatz zur harmonischen Stele wird hier nur noch die Vertikale betont. Fünf identische Objekte sind nahtlos aufeinander gestellt und ergeben eine kaum noch erkennbare Symmetrie des Gesamtobjekts. 

Auch führt die besondere Geometrie der Einzelkörper dazu, dass - abhängig von der Blickrichtung - zwei unterschiedliche Konturen der Stele entstehen, die sich bei einer Drehung der Stele regelmäßig wiederholen. So handelt es sich im Grunde genommen um zwei verschiedene Stelen.

Als Einzelobjekt wurde der regelmäßige Oktaeder aus einem vorangegangenen Projekt übernommen. Dieser sog. platonische Körper mit identischen Flächen, Seiten und Winkeln bietet die Möglichkeit, daß man die Körper beliebig aufeinander stellen kann und immer dieselbe Stele erhält. Auch hier wurde der Einzelkörper aus Mahagoniplanken hergestellt.

Höhe 162 cm


Harmonische Stele



Wegen der strengen Radialsymmetrie ist bei dieser Stele

noch am ehesten die zylindrische Grundform zu erkennen.

Als Vorlage  dienten Tongefässe aus verschiedenen Kulturkreisen und Epochen, die durch ihre Harmonie der

Form faszinieren.


Als Material wurde Western Red Cedar aus dem

kalifornischen Regenwald gewählt. Das Holz ist leicht auf der

Drechselbank zu bearbeiten und hat eine unscheinbare

Maserung, so dass die Form besonders zur Geltung kommt.


Höhe 175 cm

Natürliche Stele


Seit Beginn der Menschheitsgeschichte ist die Säule (Stele) ein fester Bestandteil künstlerischer Ausdrucksform; sie ist sehr wahrscheinlich auf die Form des Baumstamms zurückzuführen, die den Menschen von Anfang an vertraut war. So hat der Wald oder eine Allee mit großen Bäumen etwas Erhabenes und vermittelt uns das Gefühl von Ehrfurcht gegenüber der Natur.


Die vom Menschen geschaffene Stele soll dagegen weniger zur Verehrung der Natur beitragen, sondern eher die übernatürlichen Kräfte der Götter oder auch der jeweiligen Herrscher darstellen. Obeliske, Siegessäulen und Totempfähle sind beeindruckende Beispiele, die sich durch alle Kulturkreise ziehen.


In dem hier vorgestellten Projekt steht nicht die Verherrlichung von fiktiven oder realen Wesen im Mittelpunkt, sondern es soll die Metamorphose vom geometrischen Zylinder zum vertikal orientierten Kunstobjekt veranschaulicht werden.

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